Die Ausgangslage

Nur 1/5 der Fläche Vorarlbergs kann aufgrund der Topographie und des Klimas ganzjährig bewohnt werden. Grund und Boden sind knappe Güter, mit denen sparsam umgegangen werden muss. In der Realität ist jedoch der Umgang mit Flächen in unserem Land nicht wirklich sparsam. Jeden Tag werden im Schnitt 1.500 m2 Grünland in Bauland oder Bauerwartungsland umgewidmet. Obwohl mehr als ein Drittel des bereits gewidmeten Baulandes - das entspricht einer Fläche von 4.300 ha - nicht bebaut ist. Diese Fläche würde ausreichen um die Vorarlberger Bevölkerung, bei gleichbleibender Wohndichte annähernd zu verdoppeln.

Das bereits gewidmete Bauland ist auf dem Markt kaum verfügbar. Deswegen steigt der Umwidmungsdruck in Gebieten, die nicht für eine Bebauung geeignet sind. Das wiederum führt zu einem sich weiter ausbreitenden Siedlungsteppich, dessen Erschließung für die Allgemeinheit mit hohen Kosten verbunden ist. Die derzeitigen politischen Instrumente zur Regelung des Bodenmarktes scheinen hier nicht zu greifen.

Zusätzlich zum enormen Ausmaß von bereits gewidmetem Bauland, befinden sich in Vorarlberg unzählige leerstehende oder nur teilweise genutzte Gebäude. So stehen beispielsweise alleine im Bregenzerwald mehr als 400 Gebäude leer.

Die Freiräume in Vorarlberg verschwinden zusehends, sie werden immer kleiner und immer weniger zugänglich. Orte des Öffentlichen und des Gemeinsamen werden zusehends zurückgedrängt und durch kommerzielle und private Räume ersetzt.

Der Verein „Bodenfreiheit“ möchte einen Beitrag leisten, das zu ändern und ein klares Zeichen für einen anderen Umgang mit Grund und Boden in unserem Land setzen. Wir möchten eine breite Diskussion über die zukünftige Entwicklung unserer Siedlungsräume anstoßen und aktiv werden.